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Dreht sich der Tagesgeldmarkt?

Einige Indizien sprechen dafür, dass wir uns auf eine Wende am Tagesgeldmarkt einstellen können. Ein Anstieg der Inflation kann nicht mehr als “Hirngespinst”  hin gestellt werden, denn er ist in ersten Ansätzen bereits zu erkennen.

Strompreis als Inflationstreiber

Inflationstreibend sind europaweit die steigenden Energiepreise. Insbesondere die Strompreise werden durch die staatlich verordnete Förderung regenerativer Energien (Solarenergie, Windenergie) angetrieben, da die Stromanbieter diese subventionieren müssen. Und die Stromriesen geben diesen Kostenfaktor an die Kunden weiter, die keine Möglichkeit haben, auf andere Anbieter auszuweichen – denn die Ökostromabgaben gelten für alle Marktteilnehmer.

Konsumfreude kommt wieder auf

Ein weiterer Faktor ist die seitens der EZB betriebene grenzenlose Ausweitung der Geldmenge. Die ersten Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung, die wir zumindest in Deutschland beobachten können, werden die Sparquote der privaten Anleger senken. Dadurch wird eine Menge an Kapital freigesetzt und fließt in den Konsum – was bei gleichbleibender Gütermenge zu einer deutlichen Zunahme der Inflationsrate führen dürfte. Noch sind die Anleger vorsichtig und versuchen ihr Vermögen auf verschiedene Wege abzusichern – Aktien, Immobilien, Gold, Tagesgeld, Festgeld (letzteres eher weniger aufgrund der schlechten Verzinsung). Doch der aufkommende Optimismus wird den Konsum antreiben.

Tagesgeldmarkt wird anziehen

Das Tagesgeld als solches ist für die langfristige Geldanlage ungeeignet. Seine Stärke liegt darin, kurzfristig verfügbares Geld auf einem Tagesgeldkonto zwischenzuparken und dann entweder zu konsumieren oder Investitionen zu tätigen. Es ist flexibel und bringt trotzdem eine Rendite, die über allen in Frage kommenden Alternativen liegt (z.B. Girokonto, das oft gar nicht mehr verzinst wird). Bald wird eben das passieren: Investitionen werden aufgelöst, der DAX kann nicht endlos weiter steigen, und bei einer Trendwende werden viele Anleger ihre Positionen hier als erstes auflösen. Auch der Immobilienboom dürfte dann an Fahrt verlieren, da bei anziehender Inflation auch die Hypothekenzinsen steigen werden.