Oft keine Zinsen mehr auf Tagesgeld

Die Billig-Geld-Politk der Europäischen Zentralbank hat die erzielbaren Renditen für Tagesgeldkonten auf ein Rekordtief gebracht. Nach Angaben einer Untersuchung werden bei 198 Geldinstituten (von getesteten 635) überhaupt keine Zinsen mehr gezahlt. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Sparkassen und genossenschaftliche Institute.

Auch bei großen Einlagen ist man nicht vor einer (zumindest faktischen) Null-Verzinsung gefeit. Als Negativbeispiel wurde eine ostdeutsche Sparkasse aufgeführt, die bei Einlagen ab 20.000 Euro nur 0,05 Prozent Zinsen auf das Tagesgeldkonto zahlt.

Real eine Negativverzinsung

Wenn man diese „sogenannten Renditen“ in Relation zur Inflationsrate setzt, so wird klar, dass die Einlagen sich nicht vermehren, sondern bezüglich ihrer Kaufkraft reduzieren. Die Inflationsrate beträgt aktuell (Juni 2014) 1,0 Prozent. Bei einer Nullverzinsung verliert das Geld also einen Prozent an Kaufkraft – so war das mit der Geldanlage eigentlich nicht gedacht…

Dem kann man entgegenhalten, dass die Inflationsrate eine Größe darstellt, die einen rein statistischen Wert hat und nur bedingt das eigene Konsumverhalten wiederspiegelt. Doch dies kann sowohl in die eine, wie in die andere Richtung gehen: Wer in einer der am stärksten boomenden deutschen Großstädte lebt und den Immobilienmarkt beobachtet, für den sind zweistellige Preissteigerungen (etwa für Wohnimmobilien in Frankfurt/Main oder München) keine Besonderheit – und das pro Jahr! Die Mieten steigen weniger stark, aber immer noch deutlich im mittleren einstelligen Prozentbereich. Und da Wohnkosten einen erheblichen Anteil der Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts ausmachen, sind diese Gruppen besonders hart von der Nullzinssituation betroffen.

Für Hartz4-Empfänger weniger problematisch

Besser haben es da diejenigen, die in kleinen Städten abseits der Metropolen leben, hier ist mitunter sogar ein Preisverfall von Immobilien bzw. ein sehr stabiler bis leicht sinkender Mietpreis festzustellen. Und für Bezieher von Wohngeld oder Hartz 4-Leistungen fällt diese Ausgabenkomponenten komplett weg, denn der Staat sorgt hier für einen Inflationsausgleich.